
Es war einmal ein weiser, alter Mönch, von dem erzählt wurde, er könne in die Zukunft sehen. Er wohnte in einem kleinen Kloster auf einem abgelegenen Berg.
Eines Tages nahm eine Frau den mühsamen Weg auf sich, um den Mann aufzusuchen. Der Weise hiess sie herzlich willkommen. Als sie ihn jedoch bat, ihr die Zukunft vorherzusagen, verweigerte er ihr diesen Wunsch.
Die Frau wies den Mönch darauf hin, wie oft sie schon Almosen gegeben und wie viele Münzen sie für sein Kloster gespendet habe. Da sprach der weise Mann zu ihr:
«Reich mir deine Hand, damit ich die Linien deuten kann.»
Er hatte noch nie zuvor jemandem diesen Wunsch erfüllt. Die Frau war daher sehr aufgeregt. Der Mönch fuhr mit seinem Finger sanft ihre Handlinien nach und murmelte leise vor sich hin:
«Oh, das ist aber erstaunlich … sehr interessant … das ist wirklich erkenntnisreich.»
Die Frau wurde immer ungeduldiger und konnte kaum noch erwarten, was er ihr vorhersagen würde. Nach einigen Minuten liess er ihre Hand los und sprach:
«Gute Frau, da steht also deine Zukunft geschrieben. Du weisst sicher auch, dass ich mich niemals irre.»
«Ja, das weiss ich», antwortete sie. «Doch sagt mir endlich, wie meine Zukunft werden wird.»
Der Alte lächelte und sagte:
«Deine Zukunft ist ungewiss. Sie liegt allein in deiner Hand.»
Mit dieser schönen Geschichte wurde ich kürzlich bei der Senevita Stiftung angekündigt. Dort durfte ich den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern einen Einblick in die faszinierende Welt der Handanalyse geben und natürlich auch ihre Hände lesen.